Die Tour

10. Britain und Bretagne

Nach Cherbourg hatten wir uns ein britisches Ziel ausgesucht: ein bisschen Abwechslung muss sein! Wir wollten nach Alderney. Alderney ist die nördlichste der sogenannte Kanalinseln, die direkt der britischen Krone unterstellt ist. Die Franzosen haben oft versucht die Kanalinseln für sich zu beanspruchen und daher oft Krieg gegen die Briten geführt. Vielleicht heißen die Inseln deshalb bei den Franzosen auch die „Îles Anglo-Normandes“, die englisch-normannischen Inseln…

Die Insel Alderney

Bis nach Alderney waren es 27,6 Seemeilen, also knappe 5 Stunden segeln. Wir starteten bei strahlendem Sonnenschein. Kaum erreichten wir englische Gewässer gab es auch schon Regen… sehr klischeehaft! Wir ließen unseren Unternehmungsdrang davon aber nicht beirren und machten uns auf die Insel zu erkunden, nachdem wir an der Mooring festgemacht hatten. Es war das erste Mal, dass wir während dieses Segelabenteuers an einer Mooring festmachten und ich muss sagen, es lief bescheiden. Das muss ich auf jeden Fall noch üben! Letztendlich hat es aber doch geklappt und nachdem Fiete das Schlauchboot klar gemacht hatte, gingen wir an Land. Zuerst wollten wir mit dem Zug in das Stadtzentrum fahren. Doch als wir an der Zugstation ankamen (was für eine niedliche Zugstation, als Großstadtkind ist man sowas wirklich nicht gewohnt) mussten wir erfahren, dass wir den letzten Zug dieses Tages um eine halbe Stunde verpasst hatten. Der Zug fuhr nämlich nur zweimal am Tag. Der nächste Zug würde erst in 3 Tagen wieder fahren. Die Große war ziemlich enttäuscht darüber und wollte auf den nächsten warten. Nach 10 Minuten wurde ihr zum Glück langweilig. Auf der Touristenkarte entdeckte Sie ein eingezeichnetes Rad, die alte Wassermühle des Ortes, und entschied, dass wir das besichtigen sollten.

Zugstation „Braye Road“ in Alderney


Es war eine gute Entscheidung weiter zu gehen, denn der Regen lies nach. Auf dem Weg zur Wassermühle kamen wir am Strand vorbei und fanden diverse tolle Muscheln. Die Große war so begeistert, dass sie den Tag jetzt schon als wunderschön deklarierte. So lange Muscheln zu finden waren, war alles gut. Auch hier in Alderney tunkten wir unsere Zehen ins Wasser, für mehr war es aber einfach zu kalt. Zudem war Baden eh verboten aufgrund der starken Strömung.

Muschelsuche am Strand von Alderney

Als wir weiter in Richtung der Wassermühle gingen kamen wir zur Cambridge Battery, auf Deutsch Fort Tourgis. Fort Tourgis ist die Ruine einer ehemaligen Festung, die bereits im 19. Jahrhundert zur Verteidigung der Insel gegen die Franzosen diente. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Festung dann von den Deutschen als Stützpunkt genutzt. Zu dieser Zeit bekam die Cambridge Battery wohl auch den Beinamen „Türken Festung“. Uns imponierte die Größe und die Erscheinung dieser Festung sehr. Viele Gänge führten durch die Felsen und überall waren Spuren der alten Kanonen zu sehen. Es ist schon beeindruckend wenn man sich vorstellt, wie viel Geschichte sich an einem solchen Ort abspielte. Der Gedanke das hunderte deutscher Soldaten diese Festung eingenommen hatten und hier stationiert waren, war schon irgendwie beklemmend. Umso schöner zu sehen wie sich die Natur solch ehemaligen Kriegsschauplätze zurückerobert. Die Festung war komplett verwildert.

Nachdem wir die Festung ausgiebig besichtigt hatten wollten wir weiter zur besagten Wassermühle. Wir dachten schon, dass wir sie nicht mehr finden würden, weil der Weg auf der Karte nicht existent schien. Aber als wir gerade schon auf dem Rückweg waren, fanden wir einen Hinweis, der uns zur alten Wassermühle führte.

Hinweis zur alten Wassermühle

Tatsächlich war die Wassermühle ebenfalls sehr schön anzusehen. Sie wurde bereits im 13. Jahrhundert erbaut und war dementsprechend in einem sehr schlechten Zustand. Aber die Bewohner von Alderney versuchten durch Spenden diese wieder funktionsfähig zu machen. Schön war dass wir der Großen durch das offengelegte Räderwerk und den alten erhaltenen Mahlstein veranschaulichen konnten wie die Mehlproduktion früher funktionierte. Jedenfalls waren wir von unserem Aufenthalt in Alderney begeistert. Es ist eine sehr schöne Insel. Ein zusätzliches Highlight für die Große war zudem, dass sie nochmal mit dem Schlauchboot fahren durfte. Schlauchbootübung Nummer zwei. Das machte ihr großen Spaß.

Zweite Schlauchboot-Übungsstunde für die Große

Am nächsten Tag ging es Mittags weiter zur nächste Insel: Guernsey. Wir wollten mit der Strömung, dem berüchtigten „The Swinge“ fahren, um schnell voranzukommen. Wenn man die Strömung gut erwischt kann man zwischen 5 und 10 Knoten zusätzlich haben. Es war daher wirklich wichtig die richtige Uhrzeit zu erwischen, denn wenn es blöd lief und man Gegenströmung hatte lief man Gefahr rückwärts zu segeln. Leider waren wir etwas zu früh dran, weswegen wir nicht die erhofften zusätzlichen fünf Knoten durch die Strömung erreichten, sondern lediglich die gewohnten zwei Knoten mehr. An einem Boot hinter uns konnten wir über das AIS nachvollziehen, dass diese wesentlich schneller waren als wir, was mit Sicherheit daran lag, dass sie die Strömung zum richtigen Zeitpunkt erwischt hatten. Circa eine Stunde später hätten wir also fahren sollen. Es war aber auch sehr verwirrend mit den Gezeiten. Auf unserer Navionicskarte musste man zu den Tidenzeiten eine Stunde hinzurechnen, um mitteleuropäische UTC Zeit zu haben und in Alderney war durch die Zeitverschiebung eine Stunde früher als in Frankreich. Sehr verwirrend. Aber auch mit nur zwei Knoten mehr haben wir unser Ziel erreicht und kamen gut in Saint Peter Port auf Guernsey.

Die Insel Guernsey mit Blick auf Saint Peter Port

Bei der Einfahrt in den Hafen wurden wir vom Hafenmeister im Schlauchboot abgeholt. Es war noch Niedrigwasser, deswegen war es nicht möglich in den Hafen einzulaufen. Der Hafenmeister verwies uns an den Wartesteg, der es uns ermöglichte zwischenzeitlich an Land zu gehen. Bis zum Hochwasser und einer Einfahrt in das Haupthafenbecken würde es noch zwei Stunden dauern. Am Wartesteg wurde uns erklärt, dass der einzige Unterschied zum Hafen der ist, dass es am Steg keinen Storm gibt. Da entschieden wir doch am Steg zu bleiben und lieber gleich die Stadt zu erkunden. Wir nahmen den neu erworben Buggy mit, um Mini zu schieben. Da sie sich wunderbar an das Tragen gewöhnt hat, hat Mini sich genau zwei Minuten gut schieben lassen, dann musste ich Sie wieder tragen. Dafür habe ich jetzt einen fahrbaren Untersatz für den Wickelrucksack und unsere Jacken. Als wir losgingen war es regnerisch, doch es klarte noch auf und wurde ein schöner Nachmittag. Auf der Suche nach einem Spielplatz sind wir bergauf in die Stadt gegangen. Wir fanden zwar keinen Spielplatz, dafür aber einen wunderschönen englischen Garten. Von dort aus hatte man einen herrlichen Blick auf den Hafen und das Meer. Die Große spielte eine Weile Ball im Park und im Anschluss gingen wir essen.

Blick aus dem englischen Garten auf die Insel Sark

Den nächsten Tage wollten wir auch in Guernsey verbringen. Der Hafenmeister hatte uns empfohlen um 12 Uhr das Abfeuern der Kanone im Castle Cornet zu besuchen. Auch an diesem Tag versuchten wir wieder das Mini in den Buggy zu befördern, mit dem gleichen Ergebnis wie am Vortag. Mein armer Rücken…naja, ich möchte ja nicht das meinen Physiotherapeuten langweilig wird.

Castle Cornet auf Guernsey

Das Castle Cornet war sehr schön und ideal für Kinder. Die Geschichte des Schlosses ist kindgerecht aufgearbeitet und überall gab es etwas für die Kinder zu entdecken. Ein kleines Suchspiel war über das gesamte Gelände verteilt, mehrere Fragebögen mit Quiz waren in den Ausstellungsräumen und einen Raum mit Verkleidungen gab es auch noch. Mein Museologinnenherz war erwärmt und ich habe viele Ideen gesammelt.

Ein Theaterstück wurde auch noch aufgeführt und obwohl weder Mini noch die Große auch nur ein Wort von dem englischen Theaterstück verstanden, waren beide absolut fasziniert von der Darstellung. Die Große wollte am Nachmittag gar nicht mehr gehen und schon gar nicht das ausgeliehene Kleid aus dem Verkleidungsfundus zurückgeben. Beides musste aber irgendwann sein und es ging dann auch nach einigen Überredungskünsten. Wir gingen noch eine Kleinigkeit einkaufen und dann zurück zum Boot, da wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten, um die entsprechend Strömung den „Little Russel“ zu erwischen. Wir wollten zurück nach Frankreich.

Hafen von Guernsey um 4:30 Uhr in der Früh

Am nächsten Morgen standen wir um 4 Uhr auf. Die Strömung verlief kreuz und quer und es lief leider nicht wie geplant. Es war ziemlich anstrengend und ab einem gewissen Punkt standen wir wegen den verschieden wirkenden Strömungen quasi still. Wir mussten uns die Frage stellen, ob wir überhaupt nach Frankreich kamen. Nach zwei Stunden segeln waren wir nicht weit gekommen. Guernsey lag quasi noch neben uns. Wir entschieden uns trotzdem weiter zu machen. Die unterschiedlich wirkenden Strömungen ließen bald nach, allerdings waren die Wellen und der Wind sehr unangenehm und im Laufe des Nachmittags wurde die Große leider wieder Seekrank. Mir war die ganze Zeit sehr mulmig und ich musste mich stark auf dem Horizont konzentrieren. Bei einer solchen Überfahrt kamen uns natürlich wieder extreme Zweifel, ob wir wirklich zu viert die Biskayaüberquerung machen sollten. Fiete konnte sich nicht um alles kümmern und die Große und ich waren etwas anfällig für das heftige Geschaukel. Die Überfahrt blieb anstrengend, da auf dem Weg auch sehr viele Felsen im Wasser zu umfahren waren und wir uns daher sehr konzentrieren mussten. Allerdings waren die Felsen sehr gut gekennzeichnet. Man könnte auch sagen jedes Würmchen kriegt ein Türmchen.

Gekennzeichnete Felsen auf dem Weg zwischen Guernsey und der Bretagne

Erst als wir die bretonische Küste sichteten ging es uns allen besser. Nach etwas mehr als 14 Stunden und 65 zurückgelegten Seemeilen, liefen wir dann in Perros-Guirec ein. Die Hafeneinfahrt war ungefähr vier Meter breit, was noch mal eine kleine Herausforderung vor dem glücklichen Anlegen barg. Aber auch das wurde dann geschafft. Im Hafen trafen wir wieder auf das Segelboot, das in Guernsey neben uns gelegen hatte und einen Tag vorher weitergefahren war. Unsere Große hatte ihnen in Guernsey geholfen die Wasserflaschen zu befüllen und freute sich jetzt sehr sie wiederzusehen. Sie fand immer ganz schnell neue Freunde und die meisten waren sehr begeistert von unserer kleinen Matrosin. Von einem Crewmitglied bekam sie am nächsten Morgen sogar eine Muschelkette geschenkt.

Küste vor Perros-Guirec

Perros-Guirec schien ein sympathisches aber kleines Städtchen zu sein. Da wir laut Wetterbericht einen großen Sturm zu erwarten hatten, wollten wir den letzten guten Segeltag doch lieber nutzen, um bis zu einem größeren Ort zu segeln. Wir brachen also am nächsten Tag auf, um nach Roscoff zu segeln. Wir starten bei Sonnenschein und die Küste war wunderschön. Es versprach ein sonniger, schöner Segeltag zu werden. Kaum hatte ich das laut ausgesprochen, zogen auch schon dunkle Wolken vor uns auf und in der Ferne war Regen zu sehen. Zum Glück ist Fiete ein erfahrener Segler, weswegen ihm klar war, dass das ein sogenannter Squall war, der auch schnell auf uns zukommen konnte. Die Fock wurde also präventiv eingerollt und das Großsegel schon mal gerefft. Zum Glück. Denn einige Minuten Später waren wir plötzlich mitten drin im Squall: Regen und starke Böen von 34 Knoten. Durch Fietes Prävention kamen wir ohne Probleme oder starkes Geschaukel durch und nach weiteren 15 Minuten hatten wieder Sonnenschein. Bis zum nächsten Squall, aber auch den überstanden wir problemlos. Aus der Ferne sahen der Regen und der dunkle Himmel sogar sehr schön aus.

Squall auf unserem Weg nach Roscoff

Wir kamen gut in Roscoff an, wo wir ebenfalls an der Hafeneinfahrt vom Hafenmeister im Motorboot abgeholt und zu unserem freien Liegeplatz geleitet wurden. Am nächsten Tag erwartete uns wie vorhergesagt ein kompletter Regentag mit starkem Wind. An diesem Tag viel uns ein bisschen die Bootsdecke auf den Kopf (nachzulesen in meinem 2. Zwischenbericht nach 60 Tagen auf dem Boot ). Allerdings waren wir froh, dass wir im Hafen waren. Der Sturm war so heftig, dass drei französische Seenotretter, bei dem Versuch einen in Not geratenen Fischer zu helfen, ums Leben kamen. Was für eine Tragödie. Wir dachten wieder an die Biskaya und ob es zu gefährlich war. Anderseits hielten wir uns ja immer an den Wetterbericht und wären bei solchem Wetter niemals rausgefahren.

Blick auf Roscoff

Tags darauf war das Wetter zum Glück besser und wir besichtigten Roscoff. Die Stadt war überraschend schön und gefiel uns sehr gut. Wir aßen zum ersten Mal in einer bretonischen Crêperie, salzige sowie süße Crêpes. Es war sehr lecker. Danach verbrachten wir eine ganze Weile auf dem Spielplatz, wo die Große Freundinnen fand. Auf dem Rückweg zum Boot pflückten wir noch eine Menge wilden Rosmarin, der am Straßenrand wuchs und herrlich duftete. Es war ein wunderschöner Tag für uns alle und kompensierte den miesen Wettertag absolut.

Am nächsten Tag – es war mittlerweile der 09.06.2019 – ging es weiter nach Aber Wrac’H. Wieder einmal hatten wir starke Strömungen und viele Felsen, die uns auf dem Weg begleiteten. Es lief aber alles planmäßig bei typisch bretonischem Wetter (Regen, Sonne, Wind, Regen, Sonne, Wind). Der Hafen von Aber Wrac’H war komplett belegt, weswegen wir ein zweites Mal an einer Mooring festmachten. Diesmal klappte das Anlegen schon wesentlich besser. Die Bucht on Aber Wrac’H war sehr schön und am Abend drang vom Festland nette Musik zu uns hinüber, während wir im Sonnenuntergang unser Abendessen genossen.

Sonnenuntergang in Aber Wrac’H

Am nächsten Tag wollten wir weiter nach Camaret-sur-mer, um so weit süd-westlich wie möglich zu kommen. Von dort aus, war es möglich die Biskaya zu überqueren. Nach unseren letzten Trips und Überlegungen waren wir uns sicher, dass es bei einem geeigneten Wetterfenster und guter Vorbereitung absolut möglich sein sollte, dass wir diesen Trip doch zu viert machten.

Als wir am nächsten Tag gerade das Frühstück wegräumten, passierte etwas wirklich Unerwartetes: es sprangen plötzlich Delfine neben uns aus dem Wasser. Fiete sah sie, weil er mal wieder einen Angelversuch gestartet hatte und noch draußen saß. Als er Delfine schrie, konnten wir es kaum glauben, aber sie waren da und beeindruckten uns sehr. Jetzt waren wir uns noch sicherer, dass wir in der Ostsee Schweinswale gesehen hatten und keine Delfine. Aber jetzt! Wir waren so aufgeregt, meine Stimme klang so wie die der Großen. Überglücklich über dieses tolle Erlebnis machten wir uns auf den Weg nach Camaret-sur-mêr, wobei wir diesmal noch mehr als sonst Ausschau nach Tieren hielten. Es war so toll Delfine zu sehen, wir wollten unbedingt noch mal. Wir sahen keine mehr auf diesem Törn, hatten allerdings abermals eine wunderschöne Kulisse zu betrachten. Die bretonische Küste ist wirklich wunderschön, wenn nur das Wetter nicht so bretonisch wäre.

Delfine in der Bucht von Aber Wrac’H

In Camaret-sur-mer erwartete uns am nächsten Tag wieder Regen und Wind. Die ganze nächste Woche sah es schlecht aus für eine Weiterfahrt und wir stellten uns auf einige Wettertage ein. In der Zeit wollten wir unsere Planung intensivieren, das heißt Einkaufen, Gerichte für die Überfahrt vorkochen, nochmal Wäsche waschen, das Boot putzen und ich wollte mich auch noch mal nach einem homöopathischen Mittel gegen Reiseübelkeit erkunden, damit wir die Seekrankheit von der Großen mal in den Griff bekamen. Wobei seit dem letzten Trip von Guernsey auch alles glatt gelaufen war.

Bootsfriedhof von Camaret-sur-mer mit der Tour-Vauban im Hintergrund

Mitten bei diesen zahlreichen Überlegungen viel Fiete beim Genuß eines Carambar (französische klebrige Süßigkeit aus Karamell mit oder ohne Fruchtgeschmack) eine Plombe aus dem Zahn. Mist. Das Problem galt es also vorher zu beheben. Wir versuchten einen Zahnarzt in Camaret zu besuchen, aber dort sagte man uns, dass es vor in 10 Tagen nicht möglich war. So lange wollten wir dort nicht bleiben. Also versuchten wir im naheliegenden Brest unser Glück. Wir waren etwas überrascht, dass man uns an das Krankhaus verwies. Ins Krankenhaus wegen einer rausgefallenen Plombe? Aber dort gab es scheinbar eine zahnmedizinische Notfallklinik, weswegen wir uns dann am nächsten Tag, den 14.06.2019, auf nach Brest machten.

Marina du Château Brest

Brest hatte mehrere Häfen. Wegen der Stadtnähe entschieden wir uns für die Marina du Château de Brest, da wir von dort aus schneller zum Krankenhaus kamen. Wir hatten überhaupt keine Lust, aber was sein muss, muss sein, daher machten wir einen hübschen Familienausflug ins Krankenhaus. Nach knapp drei Stunden warten, wurde Fiete dann in 5 Minuten einen neue Plombe eingesetzt. Wir hoffen, dass sie die nächsten fünf Monate heile bleibt. Im Anschluss an diesen Ausflug ging es dann noch auf den Spielplatz, damit die Große, die so brav alles mitgemacht hatte, auch noch ein bisschen was vom Tag hatte. Wir blieben noch zwei weitere Tage in Brest, um unsere Planung der Biskaya Überquerung voranzubringen. Nach weiteren Wetterstudien, sah es so aus, als könnten wir in der folgenden Woche das für uns ideale Wetterfenster erwischen. Der Hafen hatte einen tollen Service, den wir vorher noch nicht angeboten bekommen hatten: man konnte sich mit einem Fahrservice zum Supermarkt hin und wieder zurück bringen lassen. Das Angebot wollten wir natürlich nutzen, da wir einige Vorräte aufzustocken hatten. Es klappte auch alles hervorragend und innerhalb von einem Tag hatten wir Essen, Wäsche gewaschen, die Planung vorangetrieben und noch einige Kleinigkeiten am Boot angepasst. Den Sonntag nutzen wir, um der Großen noch mal eine Freude zu machen. Wir gingen mit ihr in das Aquarium von Brest, Océanopolis. Es war ein sehr großes und schönes Aquarium mit Seehunden, Fischottern und natürlich ganz vielen Fischen. Die Große war begeistert und auch Mini luckte interessiert aus ihrer Trage nach den bunten Fischen.

Mini und die Große im Aquarium Océonapolis

Am Abend machten wir uns auf den Weg zurück nach Camaret, dort wollten wir vor Anker die letzten Vorbereitungen treffen und das Wetter beobachten. Vielleicht würden wir noch weiter südlich segeln. Vielleicht auch noch westlicher zur Île de Seine. Auf jeden Fall wollten wir die letzten Tage ruhig und besonnen angehen, damit wir ausgeruht und gut vorbereitet starten konnten. Wir waren freudig, aufgeregt und sehr gespannt auf diesen langen Törn. Bis dahin hieß es abwarten.

Diese Boote müssen auch im Hafen von Camaret-sur-mer warten

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