Die Tour

21. Menorca (Part 2) – Mahón und Ciutadella

In unserem letzten Reisebericht hatten wir bereits erzählt, dass wir uns einen Mietwagen genommen, um Menorca von Mahón aus zu erkunden. In Mahón lagen wir am Stadthafen und kamen überall gut hin. Das Auto parkten wir direkt vor unserer Tine und konnten so auch die Einkäufe von unserem ersten Autotag gut zum Boot befördern.

Gebäude in der Innenstadt von Ciutadella

Schönes Ciutadella

An unserem zweiten Tag mit dem Auto fuhren wir nach Ciutadella. Unsere erste Handlung in Ciutadella war leider ebenfalls praktischer Natur: wir suchten einen Waschsalon auf, um unsere Wäsche zu waschen. Diese scheinbar unschöne Tätigkeit wurde zu einem tollen Erlebnis, als wir vor Ort andere nette Segler kennenlernten. Zum Glück hatte Fiete die Tasche der beiden anderen Waschenden als Bootstasche erkannt und so kamen wir ins Gespräch.

Die Crew von der SV Marianne zusammen mit der Crew der SV Tine

Die Crew der SV Marianne ist ein sehr sympathisches italienisches Segelerpaar, welches sich ein Jahr Zeit genommen hat, um die Welt zu besegeln. Da sie in Venedig gestartet und auf ihrem Weg schon auf Sizilien und Sardinien vorbeigekommen waren, konnten sie uns einige gute Empfehlungen mit auf den Weg geben. So empfahlen sie uns zum Beispiel nach Carloforte bei Sardinien zu segeln. Leider ging ihre Reise in die andere Richtung weiter, aber über Instagram sind wir weiter im Kontakt und freuen uns, ihre Route nun mitverfolgen zu können.

Das Hafenbecken von Ciutadella

Nach unserer intensiven Wäscherei-Erfahrung wollten wir dann aber auch noch die Stadt kennenlernen. Auf dem Spielplatz der auf dem Weg lag, trafen wir weitere sehr nette Menschen. Sympathisch diese Menorca-Touristen. Ciutadella ist wirklich eine sehenswerte Stadt! Sie bietet einen wunderschönen Hafen, eine tolle Promenade und eine traumhafte Altstadt. Wie waren sehr glücklich über unseren Aufenthalt dort und gingen am Abend noch in einem sehr guten Restaurant – auf Empfehlung des zweite Paares, das wir an diesem Tag kennengelernt hatten – essen. Direkt am Hafenbecken, mit großartigen Corquetas und einer sehr leckeren sowie ansehnlichen Paella. Wir hatten bisher noch keine gegessen und wir sind auch nicht die Megafans, aber mindestens einmal mussten wir eine echt spanische Paella gegessen haben, bevor wir Spanien in Richtung Italien verlassen würden.

Blick auf den Hafen von Ciutadella und die höher gelegene Altstadt

Auf ins Spaßbad

An unserem dritten Tag mit dem Auto konnte ich Mini schon fast entspannt in den Autositz setzen. Sie schrie nur noch ein bisschen, das war schon ein ziemlicher Zugewinn. Trotz des diesigen Wetters fuhren in ein Spaßbad, das Splash, weil wir es an der Küste beim vorbeisegeln entdeckt und der Großen versprochen hatten hinzufahren. Unsere Entscheidung für das Spaßbad erwies sich als richtig, denn das Wetter wurde netter, als zwischendurch die Sonne rauskam und trotzdem war es nicht voll, so dass wir ohne langes Anstehen alle Rutschen und Becken in vollen Zügen genießen konnten.

Das „Splash“ bei Sant Ilius auf Menorca

Das Splash lockt vor allen Dingen mit vielen verschiedenen Wasserrutschen. Eigentlich hatte ich nicht vor diese zu nutzen – ich glaube ein Kindheitstrauma aus dem Berliner Blub habe ich an dieser Stelle nicht ganz verarbeitet – aber nachdem Fiete mich überredet hatte zusammen mit der Großen die Reifenrutsche auszuprobieren, wollte ich gar nicht mehr aufhören. Sie wollte nach unserer ersten Runde ebenfalls ständig mit mir fahren, da sie sich so sehr darüber freute, dass ich gar nicht mehr aufhörte zu lachen während unserer Rutschpartie. So entdeckte ich mal wieder was Neues für mich: Wasserrutschen machen richtig Spaß!

Restaurants am Hafen von Es Castell

Am Abend fuhren wir dann noch in den bezaubernden Ort Es Castell zum Abendessen. Nachdem wir das Auto am Samstag zurückgegeben hatten, wollten wir ein zweites Mal unser Glück versuchen, um die Stadt Mahón zu besichtigen. Unser erster Versuch war ja buchstäblich ins Wasser gefallen. Mahón ist eine sehr schöne Stadt, die ist auf jeden Fall einen Besuch lohnt. Wir waren froh, nochmal die Gelegenheit gehabt zu haben, die Stadt besser kennenzulernen.

„Mercado de Pescados“, der Fischmarkt von Mahón

Unserer letzter Tag auf Menorca

Am Sonntag legten wir nachmittags aus dem Hafen ab. Wir fuhren erstmal zum Tanken und danach zum Ankern in eine sehr schöne geschützte Bucht. Der nächste Tag war Montag der 17. September und wir wollten am Nachmittag/ Abend den aufkommenden Wind nutzen, um nach Sardinien überzusetzen. Vor der Überfahrt wollte ich allerdings unbedingt noch ein paar Dinge erledigen: klar Schiff machen und einen neuen Blogeintrag online bringen. Fiete und die Große wollten sich in der Zeit die Festung an Land ansehen, damit ich die Zeit fand, die Dinge in Ruhe zu machen. Bevor sie aufbrachen, wollte ich allerdings noch mal schwimmen gehen. Alleine mit Mini an Bord, wäre das ja nicht mehr möglich.

Unsere letzte Ankerbucht auf Menorca

Ich machte also einen Sprung ins Wasser. Während ich schwamm rief jemand von einem anderen Boot hinüber, ob wir Fisch wollen. Ich verstanden erst nicht mit wem er redete, aber wiederholte seine Frage nochmal und deutete auf mich. Ich schrie zurück: „Yes, of course we want some fish“. Der Mann rief rüber, dass ich dann gleich kommen müsste, da sie bald lossegeln wollten. Ohne lange zu überlegen schwamm ich rüber zu dem Boot. Es war nicht besonders weit, aber bestimmt 200 – 400 Meter.

Kurz vor ihrem Boot fing ich dann an darüber nachzudenken, wie ich denn den Fisch von einem Boot zum anderen bekommen sollte. Während ich noch überlegte und mir aufging, dass es vielleicht eine gute Idee gewesen wäre dies schon mal vorher zu tun und mit dem Schlauchboot rüber zu fahren, sprang bereits ein nackter Franzose mit einer Tüte voll Fische ins Wasser und überreichte sie mir. Es war ein Kilo frischer Thunfisch, den er am Morgen gefangen hatte und da er zu viel hatte, schenkte er uns den Rest.

Ich freute mich sehr über den frischen Fisch und nahm die Tüte mit dem blutigen Fisch entgegen. Mir wurde noch gesagt, ich müsste das Blut abgießen damit er frisch bleibt. Dabei schaute ich mir die Tüte an und sah wie sich der Inhalt weiter mit Fischblut füllte. Langsam, aber stetig. Und dann war ich alleine im Wasser, zusammen mit der blutigen Tüte… hatte ich bereits erwähnt, dass ich unter einer Haiphobie leide? Wenn sie bisher doch immer unbegründet war, so hatte ich das erste Mal ganz objektive Gründe besorgt zu sein.

Ein Moment in dem ich unserer Schlauchboot sehr vermisste…

Ich probiere die Tüte möglichst über Wasser zu halten, damit das Blut sich nicht um mich herum im Wasser verteilte. Während ich mit einem Arm zurück zum Boot schwamm, gingen mir viele Fragen durch den Kopf: Warum schwimme ich mit blutigem Fisch durchs Meer? Warum bin ich geplagt von Aktionismus? Warum kann ich nicht einfach mal vorher überlegen wie ich etwas umsetzte und dann handeln? Die Durchquerung der Bucht mit der blutigen Fischtüte in meiner Hand war auf jeden Fall die größte Mutprobe, die ich im Zuge unserer Segelreise auf mich nehmen musste… und ich habe mir die unnötige Situation ganz alleine geschaffen…

Fiete lachte mich ziemlich aus, als er mir die Tüte abnahm. Zu Recht erinnerte er mich an unser Dinghy und die Funktion eines solchen Beibootes… nun ja. Die Geschichte wäre sicherlich nur halb so lustig gewesen, wenn ich tatsächlich mit dem Schlauchboot gefahren wäre. Meine persönliche Odyssee hatte sich insofern bewährt, als das es der beste Thunfisch war, den wir je gegessen haben! Und es war so viel, dass wir drei Malzeiten daraus zaubern konnten. Nochmals ein riesen Dank an die lieben Franzosen, die uns diesen guten Fisch geschenkt haben.

Fortress La Mola

Am Nachmittag kam ich dann wie geplant dazu, dass Boot aufzuräumen während Fiete und die Große ihren Ausflug zum Fortress La Mola genossen. Sie waren wirklich begeistert als sie zurück kamen, die Fotos sind auch wirklich sehr gelungen. Überzeugt euch selbst.

Als wir dann am Abend unseren Anker lichteten, waren wir alle zufrieden mit dem schönen Tag segelten mit einem wunderbaren Thunfischsteak zum Abendessen aufs Meer hinaus. Kaum waren wir auf dem offenen Meer schwammen ein paar Delfine im Sonnenuntergang vorbei. Für uns die schönste Art und das beste Ohmen, um eine längere Überfahrt zu starten. Sardinien wir kommen!

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